Der Heckträger für die Räder ist am Auto montiert, die Radtaschen gepackt, nun kann es losgehen, von Ulm nach Bayreuth. Wir freuen uns das Frankenland näher kennen zu lernen. Am frühen Nachmittag haben wir unser erstes Übernachtungsquartier am Stadtrand von Bayreuth erreicht, wo wir auch das Auto für die nächsten sechs Tage abstellen können.
Video: privat
Die Wirtsleute waren so freundlich und erklärten uns, wie wir mit dem Bus in die Innenstadt fahren können. Durch den Richard-Wagner-Park spazierten wir bis zum Festspielhügel mit dem Festspielhaus. Es war schon ein tolles Gefühl dort zu stehen wo sich die Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur trifft und von den Wagner-Enkeln begrüßt werden. Natürlich besichtigten wir das Markgräfliche Opernhaus, ein prächtiges Barocktheater, das von der Marktgräfin Wilhelmine in Auftrag gegeben wurde.
In einer Tonbildschau, die im Theater gezeigt wurde erfuhren wir viel Interessantes über das Haus. Nachdem wir in einem netten Café gemütlich Kaffee tranken und somit dem Platzregen ausweichen konnten, kehrten wir zu unserem Gasthof zurück, wo wir dann gut zu Abend essen konnten.
Der zweite Tag führte uns von Bayreuth nach Kulmbach.
nach einem guten Frühstück radelten wir guter Dinge los. Es war noch etwas kühl und regnerisch. Es ging durch kleine Dörfer über hügeliges Gelände, aber immer auf gepflasterten Straßen. Der Blick zum Himmel machte uns etwas Angst, dunkle Gewitterwolken brauten sich zusammen und wir überlegten uns schon, was wir wohl machen würden, so in freier Natur, wenn das Gewitter los ginge. Der starke Wind vertrieb jedoch die dunklen Wolken.
Als munteres Bächlein plätschert der Rote Main durch die Landschaft, bis er kurz hinter dem Dorf Mainleus, nahe Kulmbach, auf den Weißen Main trifft. Auf einer alten Bahntrasse führt der Weg dann zum Zusammenfluss der beiden. Wir waren gespannt, was uns dort erwartet. Es war ein neuer, schön gestalteter Rastplatz mit einer kleinen Holzbrücke und mehreren Informationstafeln. Natürlich machten wir Rast und genossen die Stille des Ortes.
Da wir noch kein Übernachtungsquartier hatten, traten wir kräftig in die Pedale um unser nächstes Ziel, Kulmbach, zu erreichen. Im Tourismusbüro wurde uns eine Unterkunft ca. 20 Minuten zu Fuß vom Ortskern entfernt reserviert. Nach dem Duschen, das nach so einem Radlertag die Lebensgeister wieder weckte, machten wir uns gleich auf den Weg in die Innenstadt.
Kulmbach hat eine sehr schöne Altstadt und ist auch bekannt durch seine Brauereien und dem deutschen Zinnfigurenmuseum, das sich in der Plassenburg befindet. Diese mächtige Burg, hoch über der Stadt, ist das Wahrzeichen von Kulmbach.
Müde vom Radeln und von den Besichtigungen konnten wir gut schlafen.
Beim Frühstück noch ein kurzes Gespräch mit dem Wirt über die Stadt Kulmbach und dann ging es wieder los. Leider regnete es schon und wir mussten den Regenschutz über die Packtaschen spannen. Wir zögerten nicht lange und fuhren trotzdem los.
Der Regen hielt nur eine knappe Stunde an. Dank guter Radlerbekleidung waren wir bald wieder trocken, der Himmel hellte sich bald auf, aber der Gegenwind blieb. Gegen Mittag erreichten wir dann Lichtenfels, die deutsche Korbmacherstadt.Hier legten wir auf dem Markplatz eine Pause ein. Gestärkt setzten wir uns wieder auf´s Rad, denn es ging nun bergauf.
Von weitem sahen wir ganz oben auf der Anhöhe die Wallfahrtskirche „Vierzehnheilige“. Meine Frau ahnte, dass das für sie absteigen und schieben heißt. So kam es dann auch. Aber auch ich musste die letzten 200 Meter vom Rad absteigen.
Als wir vor der großartigen Barockkirche standen, waren die Anstrengungen vergessen und wir waren ganz glücklich, diese wunderschöne Kirche, erbaut von dem berühmten Baumeister Frankens, Balthasar Neumann, besuchen zu können.
Ergriffen waren wir, als wir eine Wallfahrergruppe, die bereits 40 km gepilgert war, in die Kirche einzog um Gottesdienst zu feiern und wir dabei bleiben durften. Nach der Weiterfahrt über Bad Staffelstein erreichten wir Ebensfeld, wo wir im Gasthof „Neuner“ übernachteten.
Paul und Renate für „dersenior.eu“