So hieß einmal ein Werbespruch, an den sich die Älteren mit Sicherheit erinnern können. Laufen heißt in Bewegung bleiben und wer sich bewegt, rostet nicht; so auch ein Sprichwort. Ob Auto, Wasserhahn oder Mensch, wer nicht bewegt wird oder sich nicht bewegt, spürt es bald und kann bei uns Senioren zu vielen „Wehwehchen“ führen.
Sich bewegen setzt nicht nur Glückshormone frei, es hilft bekanntlich viele Leiden zu mildern oder gar zu beseitigen. Oft stellt sich ja die Frage, wie soll ich mich denn bewegen? Mit dem Rad fahren, joggen, spazieren gehen oder andere Sportarten betreiben?
Wenn ich unterwegs bin und mir kommt mal wieder ein Jogger mit leidender Miene entgegen, denke ich: Mein Gott, muss man sich das antun? Sicherlich denkt der Jogger, er tut sich etwas Gutes, was allerdings nicht stimmt, was er nur nicht weiß.
Beim kontinuierlichem Gehen nicht alleweil stehen bleiben, wird der ganze Körper beansprucht. Das beginnt schon wenn wir uns in Bewegung setzen. Die Gesäßmuskeln und der Oberschenkel treten in Aktion um Knie und Hüfte in Position zu halten. Ist der erste Fuß wieder auf dem Boden kommen die Wadenmuskeln dran, die beim Gehen alles im Gleichgewicht halten. Ist mal das Gewicht verlagert, heben wir den anderen Fuß und sorgen für den nötigen Schwung beim Gehen. Hüfte wird gebeugt und das Knie bewegt. Soweit mal in Kurzfassung zum unteren Bewegungsapparat. Hinzu kommen das Schwingen der Arme und der Gleichgewichtssinn, damit wir uns in aufrechter Position halten können. Der komplette Ablauf des Gehens hält den ganzen Körper von oben bis unten fit – auch den Geist.
Ok, wird man sagen, das ist beim Joggen so ziemlich das Gleiche. Stimmt, aber nur zum Teil. Die Verletzungsgefahr und die Überlastung des Gelenkapparates ist beim Joggen eindeutig höher da die Kräfte, die auf den Körper einwirken, zwei bis dreimal so hoch sein können gegenüber beim Gehen.
Natürlich haben die Amerikaner zu diesem Thema eine große Studie durchgeführt –mit über 30.000 Gehern und halb so vielen Läufern zwischen 18 und 80 Jahren. Resultat war: Rasches Gehen ist mindestens so gut wie Laufen. Ja, in Sachen Bluthochdruck, Herzerkrankungen und LDL-Cholesterin sogar besser.
Das sind doch mal gute Nachrichten. Und als ob wir es schon immer gewusst hätten gehen viele zum Wandern und das ist ja Gehen. Wandern steht bei einem aktiven Urlaub in Deutschland auch an erster Stelle.
Jetzt braucht keiner mehr Angst haben, zu sagen, dass man keine Lust auf joggen hat. Joggen oder gar richtig rennen ist für den Körper uncool, ja gefährlich.
Flottes Gehen ist für alle, besonders für uns Senioren der richtige Sport. Punkt!
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