Mit der Dankbarkeit ist das so eine Sache. Bin ich auch dankbar oder erwarte ich nur Dank? Wie ist man eigentlich dankbar? Schlicht und einfach dem anderen Danke sagen, Mensch, prima, da freue ich mich mal echt darüber? Oder dem anderen „Honig um den Bart schmieren“, oder man denkt, ich mache es ja doch nicht recht und lass es.
Ob danken anerzogen ist oder der Mensch das genetisch mitbringt weiß ich nicht. Dankrituale gibt es solange die Menschen auf der Erde sind. Mal grausam – da wurden zum Dank Menschen geopfert – mal Tiere (nicht weniger grausam) – oder einfach Erntegaben. Anfang Oktober ist Erntedank und das bezieht sich nicht nur auf die Früchte von Feld oder Garten, sondern auch dafür, was wir mit unserer Hände Arbeit oder mit dem Kopf geschaffen haben.
Oft sagen wir auch „Gott sei Dank“, wenn etwas gut gegangen ist oder diese oder jene Erwartung eingetroffen ist. Ist das nur eine Floskel oder meinen wir es ernst? Am Erntedankfest wäre es mal gut darüber nachzudenken und auch, danke ich Gott für mein dasein, für die Familie in der ich lebe, für meine Freunde, Arbeitskollgen/innen usw.?
Mal ehrlichen Herzens wieder „Danke“ sagen bzw. dankbar zu sein, tut einem selbst gut und freut nicht nur den anderen. Warum sollte man auf diese Weise nicht auch einmal wieder für sich selbst etwas Gutes tun?
