Steve Jobs, der Apple-Gründer, sagte mal: Große Künstler kopieren, großartige Künstler stehlen. Das Beste aber daran ist, dass er diesen Spruch auch noch geklaut hat und zwar von Pablo Picasso.
In unseren Breitengraden ist „abkupfern“ negativ besetzt, so etwas tut man einfach nicht. Das stimmt und stimmt auch nicht. Geht es um Geschäftsschädigung, weil das nachgemachte Produkt ganz genau so funktioniert, genau so aussieht und der Käufer es als das Original ansieht und es als Original kauft, dann ist es auch verwerflich. Deshalb hatte auch der Ulmer Designprofessor Rido Busse Recht, als er 1977 den Negativ-Preis für geklaute Produkte ins Leben rief und dieses Vorgehen anprangerte. Und natürlich gibt es auch diesmal wieder einen „Plagiarius 2018“ . Und wer mal alle Plagiate sehen will, kann in Solingen sogar ein Museum dazu besuchen.
Die andere Seite der Medaille ist, wenn sie es so wie Steve Jobs machen, der zugibt, dass er schon immer schamlos gute Ideen geklaut hat – diese Ideen aber weiter entwickelt hat zu einem neuen Produkt, dann ist es ok. Die großen Künstler haben es tatsächlich getan. Ich war einmal in einer Gemälde-ausstellung, in der gezeigt wurde, in welchem Umfang große Maler „geklaut“ haben. Da diese Bilder auch noch nebeneinander hingen, konnte man einen guten Vergleich ziehen.
Das größte Vorbild für Nachahmungen ist der liebe Gott. Auch er schuf uns schon nach seinem Ebenbild. Und viele behaupten, und das vielleicht nicht zu unrecht, dass kopieren der Motor des Fortschritts ist. In der Pflanzenwelt und bei der Fortpflanzung schlechthin funktioniert oft nichts, wenn nicht kopiert wird.
Als Kind sagte man mir schon, dass ich mit den „Augen stehlen“ soll. Das heißt nun auch nichts anderes, kuck mal wie der andere das macht, dann kannst du das auch bald. Komischerweise ist das in unserer Gesellschaft wieder hoch angesehen, macht aber eine Firma das gleiche, dann sind sie „Abkupferer“.
Vielleicht kommt dann noch einer auf die Idee und sagt, ich lasse mir ein Patent darauf geben. Sicherlich nicht schlecht, wobei ich schon hörte, dass man gerade das nicht machen sollte, damit haben es gleich alle schriftlich wie es geht und letztlich kommt einem die Idee, wie man es auch umgehen kann.
Wir sollten nicht soviel auf die Asiaten schimpfen vielmehr unseren Kopf anstrengen um immer weiter Neues zu erfinden. Das zeichnet uns doch aus, oder? Dann hängen die anderen immer hinterher und wir haben die Nase vor.
Zum Schluss noch ein kleines Beispiel, wie ein Patent/Urheberschutz ganz schlimme wirtschaftliche Folgen für ein ganzes Land haben kann. Die Fliegerpioniere, die Gebrüder Wright, ließen sich die Steuerung ihres Flugzeuges so patentieren, dass damals die US-Luftfahrtindustrie keine Flugzeuge bauen konnte, technisch um zig Jahre zurück geworfen wurde und im ersten Weltkrieg für ihre Air Force Flugzeuge in Frankreich kaufen mussten.
Etwas anders ist es wenn, wenn jetzt die Chinesen oder wer auch immer deutsche Schlüsselindustrien aufkaufen bzw. sich daran beteiligen wollen. Hier muss der Staat eingreifen, zum Wohl des Bürgers – egal, ob bei Strom, Wasser oder anderen wichtigen Dingen in der grundversorgung.
Mehr zu diesesm Thema hat auch die Zeitschrift PM veröffentlicht.
